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Portrait of a glacier revealing a rare deep blue color.

Eine Hommage an ihre Erhabenheit und Fragilität

 

Alles begann im Jahr 2018, als sich eine gewaltige Eismasse vom Rand des Jostedalsbreen-Gletschers in Norwegen löste. Atemberaubend schön und zugleich schmerzhaft endlich. Ein flüchtiger Moment, der die niederländischen Fotograf:innen und Filmemacher:innen Merel Klomp und Elmar Janse auf eine Reise quer durch Europa schickte, um Gletscher zu dokumentieren, bevor sie verschwinden.


Über das Glacier Project


Seitdem hat sie dieses Projekt durch ganz Europa geführt: von Frankreich und Norwegen bis nach Island, um die fragile Schönheit der Gletscher festzuhalten. Ihre Arbeit dokumentiert die vielen Phasen des glazialen Prozesses: die gewaltige Masse des Gletschers selbst, verflochtene Flussläufe, Moulins, Moränen, Schmelzwassererosion und menschliche Eingriffe. Merel und Elmar setzen diese Elemente künstlerisch neu in Szene.

 

 

Documenting Europe’s glaciers for The Glacier Project during a long approach across rocky, unstable high-altitude terrain

 


Da sich die Gletscher immer weiter in die Berge zurückziehen, erfordert ihr Erreichen lange Zustiege. Steile Anstiege und Tage voller körperlicher Anstrengung folgen, während Ausrüstung über instabiles Gelände in großer Höhe getragen wird. Mehrere Jahre in Folge haben sie die Mer de Glace besucht, einen Ort, an dem der rasche Rückzug des Gletschers deutlich sichtbar ist, bedeckt von Schutt aus Steinschlag und glazialer Erosion. Und doch suchen sie in ihrer Arbeit stets nach der Schönheit des Gletschers.


„Der Fokus liegt nicht auf dem Tragischen, sondern vor allem auf dem Erhabenen, das die Natur zu bieten hat. Wir glauben, dass Bewusstsein mit Staunen beginnt“, sagt Merel. Indem sie Ästhetik nutzen, um Veränderung anzustoßen, lädt ihre Arbeit eher zur Reflexion als zur bloßen Reaktion ein.

 

 

The Glacier Project documenting the fragile ice formations of a retreating European glacier.

 


Jede Reise beginnt mit sorgfältiger Vorbereitung: Gelände studieren, Zugänge planen, Wetter beobachten. Doch am Ende hat die Natur immer das letzte Wort. Unerwartete Veränderungen prägen die Bilder oft entscheidend.


„Außerdem haben wir gelernt, dass man so oft wie möglich hinausgehen muss, um die Chance zu erhöhen, das Unerwartete zu erleben. Zum Beispiel am Moiry-Gletscher in der Schweiz: Die Vorhersage versprach klaren Himmel. Doch bei unserer Ankunft an der Cabane de Moiry war der Gletscher in Wolken gehüllt. Wir warteten geduldig, bis sich der Himmel kurz öffnete und die Spitzen des abbrechenden Gletschers aus dem Nebel auftauchten und eine abstrakte, eindrucksvolle Landschaft formten“, sagt Elmar.


„Und ich erinnere mich auch an den Bossons-Gletscher in Chamonix. Nach einer langen Wanderung zum Gletscherfuß an einem klaren Herbsttag ging die goldene Stunde in die blaue Stunde über. Als das Licht schwand und die Temperatur sank, zeigte das Eis ein tiefes, intensives Blau – eine Farbe, die nur zu dieser Jahreszeit sichtbar ist. Das vertraute Gelände verwandelte sich und offenbarte eine Seite des Gletschers, die man nur selten sieht. Dieser Moment ist uns lange im Gedächtnis geblieben“, sagt Merel.

 

 

Photographers on a long approach across rocky, unstable terrain while documenting Europe’s glaciers.

 


Die Arbeit als Duo prägt, wie diese Momente eingefangen werden. Obwohl beide fotografieren und filmen, nehmen Merel und Elmar ganz natürlich unterschiedliche Details wahr.


„Unsere Zusammenarbeit ist fließend – geprägt von jahrelanger gemeinsamer Arbeit und einem gemeinsamen Engagement für unser Thema. Draußen gibt es keine Zeit für lange Diskussionen. Da sind Wetter, Licht und Sicherheit. Wir treffen Entscheidungen schnell, aber immer mit vollem Bewusstsein dafür, was der oder die andere sieht. Dieses gegenseitige Verständnis treibt alles an“, sagt Elmar.


Scarpa unterstützt Merel und Elmar mit technischem Schuhwerk, das auf Eis, in gemischtem Gelände und bei langen Zustiegen zuverlässig performt. Je tiefer sie in diese Landschaften vordringen, desto mehr Stille finden sie. „In diesen Momenten, fernab von allem Vertrauten, fühlen wir uns am stärksten verbunden. Vollkommen präsent und eingetaucht in etwas, das weit größer ist als wir selbst“, sagt Merel.

 


Ein Archiv für die Zukunft


Mit dem Glacier Project schaffen Merel Klomp und Elmar Janse ein visuelles Archiv der europäischen Gletscher in einem kritischen Moment. Sie laden die Betrachtenden ein, innezuhalten, zu staunen und sich wieder mit Landschaften zu verbinden, die langsam aus unserem kollektiven Gedächtnis verschwinden. Das Projekt ist nicht nur eine Ode an die Natur, sondern auch ein visuelles Zeitdokument für kommende Generationen.

 

Europe’s glaciers documented for The Glacier Project at a critical moment, highlighting their beauty and fragility.